Zum 31-jährigen Jubiläum wird der Marburger Planetenweg modernisiert und neu eröffnet

10.09.2026

Vor der ca. 1,60m großen gelben Sonne des Planetenwegs stehen Thomas Spies, Hans Junker, Cornelia  Dörr und Patrick Temmesfeld und durchschneiden ein rotes Band.

Von der Sonne im Cappeler Feld bis zum Zwergplaneten Pluto in der Nähe des Marburger Hauptbahnhof vermitteln 10 Stationen auf 6 Kilometern entlang des Lahnradwegs eine eindrucksvolle Vorstellung von den Weiten unseres Sonnensystems.

Entstanden war das Projekt 1995 in der Politik-AG der Carl-Strehl-Schule der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista), dem einzigen grundständigen Gymnasium für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung im deutschsprachigen Raum. Damit war der Planetenlehrpfad bei seiner Eröffnung der erste weltweit, der auch Menschen mit Sehbeeinträchtigung Zugang zu den Dimensionen unseres Sonnensystems ermöglichte.

Im Maßstab 1:1 Milliarde übertrugen die Schülerinnen und Schüler unter der Leitung ihres damaligen Lehrers Hans Junker die Entfernungen der einzelnen Planeten zur Sonne auf den Lahnradweg und konzipierten Infotafeln mit astronomischen Fakten. Anschaulich wurden auch die Größenverhältnisse der Planeten in tastbaren Modellen abgebildet: So steht der Sonne, einer Betonkugel mit 1,39 m Durchmesser, die Erde mit einem Durchmesser von 1,3 cm gegenüber.
Über den Wegverlauf und die Lage der einzelnen Stationen informieren taktile Pläne an der Anfangs- und Endstation, Sonne und Pluto.

Zum 31-jährigen Jubiläum wurde der Planetenlehrpfad von der blista in Zusammenarbeit mit Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH (MSLT) und der Universitätsstadt Marburg inhaltlich aktualisiert und am 25.08.2026 in einem modernen Design und zeitgemäßer Namensgebung als „Marburger Planetenweg“ neu eröffnet. Über einen QR-Code auf den Informationstafeln sowie die Internetseite von MSLT sind die Inhalte und Wegbeschreibungen barrierefrei digital abrufbar, so dass Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung oder Ortsunkundige den Weg leicht finden und zu Fuß oder per Fahrrad erkunden können – als Fußgänger*in immerhin mit dreifacher Lichtgeschwindigkeit!