Neues aus Marburg 5/2026
Liebe Leser*innen,
ein zentrales Ziel der blista ist es von jeher, Menschen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu begleiten und zu unterstützen.
Dafür haben wir eine Vielzahl von Angeboten entwickelt und passen sie permanent an veränderte gesellschaftliche und technische Veränderungen an.
Gerade das Tempo der technischen Veränderungen ist dabei rasant. Praktisch täglich gibt es Meldungen über neue Möglichkeiten für Menschen mit Seheinschränkung in Schule, Ausbildung, Job und Alltag.
KI macht Dinge möglich, die für uns vor kurzem noch ins Reich der Fantasie gehörten. Welche enorme Faszination dabei zum Beispiel die „Meta-Brille“ ausübt, konnten wir bei unserer letzten Online-Veranstaltung mit 250 Teilnehmenden erleben.
Aber natürlich wird uns allen immer bewusster, welche Herausforderungen mit dem Einzug der KI in alle Lebensbereiche verbunden sind. Der Datenschutz ist dabei sicher ein zentraler Punkt. Aber auch die Frage, wie wir pädagogische Konzepte anpassen und welche neuen Anforderungen und vielleicht auch manchmal Belastungen auf blinde und sehbehinderte Menschen zukommen, gilt es im Blick zu behalten.
Und was mancher als „Segen“ empfindet, kann für andere eher „Fluch“ sein.
Ein gutes Beispiel ist dafür sicherlich der E-Scooter. Unser Rechtstipp geht deshalb heute auf die geplanten neuen Haftungsregelungen ein, die zu mehr Rechtssicherheit bei Unfällen mit E-Scootern beitragen sollen.
Die Arbeitslosenzahlen steigen. Umso wichtiger ist ein Angebot wie „PROjob“, das Menschen bei einem Sehverlust begleitet, um sich der veränderten Situation anzupassen.
In einer Online-Veranstaltung stellen wir „PROjob“ vor.
Und natürlich greifen wir die KI in unserer Veranstaltungsreihe „Barrierefreiheit im Praxis-Check“ wieder auf. Diesmal gehts um die gängigen Screenreader.
So, jetzt wünsche ich erst einmal wieder viel Spaß bei unseren heutigen Infos und Veranstaltungstipps.
Der Rechtstipp: „Neue Haftungsregeln für E-Scooter“
Ausnahmsweise geht es heute nicht um eine bestehende gesetzliche Regelung, sondern um ein aktuelles Gesetzesvorhaben, das jetzt auf den Weg gebracht wurde. Am 9. Juli hat der Bundestag neue Haftungsregeln für E-Roller beschlossen. Mit der Einführung einer Halterhaftung sowie einer Gefährdungshaftung für Fahrende wird eine langjährige Gesetzeslücke geschlossen - ein Erfolg, für den sich der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) seit Jahren eingesetzt hat. Für blinde und sehbehinderte Menschen bedeutet das eine wichtige Verbesserung: Wer über einen falsch abgestellten oder herumliegenden E-Roller stürzt, kann künftig leichter Schadensersatz geltend machen. Bislang scheiterte dies häufig daran, dass sie nicht nachweisen konnten, wer die "Stolperfalle" verursacht hatte.
Was sich durch das neue Gesetz ändert:
- Einführung einer Halterhaftung: Künftig haften die Halterinnen und Halter eines E-Rollers für Schäden, die durch ihr Fahrzeug entstehen, wenn es nicht gelingt, den eigentlichen Unfallverursacher zu belangen. Das heißt, man kann die Verleihunternehmen in Regress nehmen.
- Vermutetes Verschulden der Fahrenden: Fahrerinnen und Fahrer haften künftig, sofern sie nicht nachweisen können, dass sie den Unfall nicht verschuldet haben.
Ein wichtiger Schritt - aber noch nicht das Ziel.
Für den DBSV sorgt das Gesetz für mehr Gerechtigkeit bei erlittenen Schäden. Es ist aber auch ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu mehr Barrierefreiheit. "Wir erwarten, dass die Verleihfirmen ihre Kundinnen und Kunden künftig stärker zur Einhaltung der Verkehrsregeln anhalten, denn Verstöße können für sie teuer werden", sagt Christiane Möller, Justiziarin des DBSV und ergänzt: "Das bedeutet aber nicht, dass wir uns jetzt zurücklehnen können. Die notwendige Sicherheit und Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen wird es erst geben, wenn verbindlich festgelegte, vom Gehweg getrennte Abstellflächen für E-Roller gesetzlich vorgeschrieben werden.“ Wir werden informieren, wenn das Gesetz in Kraft tritt.
Veranstaltungstipp: „Perspektiven schaffen - Gemeinsam neue Wege ins Berufsleben finden“
Wenn in Ausbildung, Studium oder Job eine Sehverschlechterung eintritt, ist das meist erstmal ein Schock. Das gilt nicht nur für die Betroffenen, sondern oft auch für Kolleg*innen, Vorgesetzte, oder die Familie. „Ich arbeite in einer Arztpraxis, im Büro oder Verkauf, habe ein Studium begonnen oder bin mitten im Referendariat, wie soll das weitergehen?“
Der erste und vielleicht sogar wichtigste Schritt in diesem Moment ist, sich zu informieren. Oft geht viel mehr als man am Anfang denkt.
Egal, was Sie bisher beruflich machen, oder wo Sie in Deutschland wohnen, informieren Sie sich am 17. September, 17:00 Uhr, online über die verschiedenen Möglichkeiten.
Hier erfahren Sie auch, wie die Qualifizierung „PROjob“ der perfekte Partner für Sie sein kann.
Online-Veranstaltung am 17. September 2026, 17:00 Uhr
„Perspektiven schaffen - Gemeinsam neue Wege ins Berufsleben finden“
Mehr Infos zu „PROJob“
Weitere Infos zu „Arbeiten mit Behinderung“
Der Rehadat-Newsletter „Berufliche Teilhabe“ bewegt sich: In dieser Ausgabe bündeln wir aktuelle Entwicklungen aus Recht, Forschung und Praxis – von einem BGH-Urteil zum AGG über neue Erkenntnisse zu KI und Inklusion bis hin zu frischen Zahlen aus der Schwerbehindertenstatistik...
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Veranstaltungstipp: „Screenreader und KI - Chancen, Risiken und Ausblick“ am 15. Oktober, 17:00 Uhr
Online-Veranstaltung in der Reihe „Barrierefreiheit im Praxis-Check“
Programme zum Vorlesen des Bildschirms (Screenreader) entwickeln sich permanent weiter und passen sich neuen Herausforderungen an. Dabei gewinnt auch hier die KI zunehmend an Bedeutung. Wie setzen NVDA, JAWS, VoiceOver und Talkback bereits jetzt KI-Anwendungen in Deutschland ein, was sollte ich bei der Verwendung beachten und kann ich die KI eigentlich auch abschalten?
Dazu wollen Rainer Brell vom BFW Würzburg sowie Andrea Katemann und Marc Schlarb vom Zentrum für Barrierefreiheit der blista eine Einschätzung geben und sich mit Ihnen austauschen.
Und sie wollen einen Ausblick wagen, was bereits getestet, oder in den USA genutzt wird, was aufgrund des Datenschutzes in Europa bisher nicht eigesetzt werden darf.
Veranstaltungstipps des VBS
Der Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik (VBS) bietet eine Reihe von spannenden Fortbildungen und Veranstaltungen: https://vbs.eu/veranstaltungen/
„Blickpunkt Auge“
Viele Vorträge zu Augenkrankheiten, aktuellen Heilungschancen und Behandlungsmethoden, Treffs vor Ort und Hilfsmittelausstellungen in ganz Deutschland finden sie unter:
https://blickpunkt-auge.de/termine.html.
Einfach Ihre Region auswählen.
Finale in der Blindenfußball-Bundesliga
Am 12.09.2026 wird es spannend, denn die Blindenfußball-Bundesliga hat hier die Finalspiele und es geht um nichts anderes als um den Titel des Deutschen Meisters 2026.
Ab 09.00 Uhr geht es mitten in Essen (Kennedyplatz) los.
Wir fiebern um 13.45 Uhr mit, wenn MTV Stuttgart gegen die SF BG Blista Marburg spielt. Hier könnte schon der Deutsche Meister 2026 feststehen, spätestens aber nach dem um 15.45 Uhr startenden Spiel von FC St. Pauli gegen Borussia Dortmund.
Seien Sie dabei oder verfolgen Sie es im Livestream, den Sie zum Spielzeitpunkt unter https://blinden-fussball.de/ finden.
Rechtzeitig die Weichen für eine qualifizierte Schul- und Berufsausbildung stellen:
Schnuppertage und Orientierungswochen an der blista
Mehr Infos zu unseren Kennenlernangeboten gibt’s hier:
www.blista.de/schnuppertage
Herzliche Grüße aus Marburg
Ihr Patrick Temmesfeld
Vorstandsvorsitzender
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Neues aus Marburg 4/2026
Liebe Leser*innen,
heute schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Einerseits freue ich mich, dass in Kürze wieder viele Schüler* innen und Auszubildende die blista mit qualifizierten Abschlüssen verlassen werden. Andererseits habe ich ein sehr beklemmendes Gefühl, wenn ich daran denke, wie wohl die Bildungschancen für Kinder mit einer Beeinträchtigung in Zukunft aussehen werden. In verschieden Ministerien und in einer Arbeitsgruppe aus Bund, Ländern und Gemeinden unter Leitung des Bundeskanzleramtes werden aktuell massive Einschnitte im sozialen Bereich diskutiert. Viele dieser Vorschläge werden den Bedürfnissen der relativ kleinen Gruppe von Kindern mit Blindheit und Sehbehinderung in keiner Weise gerecht. Falls diese Vorschläge umgesetzt werden, fürchte ich, dass viele Kinder mit einer Sehbeeinträchtigung in Zukunft im wahrsten Sinnen des Wortes „auf der Strecke bleiben“ und im Streit um Zuständigkeiten untergehen. Auf Eltern kämen weitere finanzielle Belastungen zu und sie müssten im Zweifelsfall um jede einzelne Unterstützung und Fördermaßnahme für ihr Kind kämpfen.
Noch liegen die Gesetzesentwürfe nicht vor. Einen Einblick welche Maßnahmen aktuell diskutiert werden und welche, zum Teil katastrophalen Folgen sie für die zukünftigen Ausbildungschancen für Kinder mit Blindheit oder Sehbehinderung hätten, finden sie in der Stellungnahme des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands (DBSV)
Auch verschiedene Verbände haben sich dazu klar positioniert. Hier finden Sie die „Chemnitzer Erklärung“, dem Grundsatzpapier für eine Qualifizierte Bildung des Verbands für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik (VBS).
Sobald die Gesetzesentwürfe auf dem Tisch liegen, werden wir Sie darüber informieren und eine Online-Veranstaltung zum Austausch und zur Planung des weiteren Vorgehens organisieren.
Jetzt wünsche ich erst einmal viel Spaß bei unseren heutigen Infos und Veranstaltungstipps.
Der Rechtstipp: „Zutrittsrechte für Blindenführhunde“
Trotz bestehender gesetzlicher Vorgaben gibt es bei diesem Thema immer wieder Unsicherheiten und Irritationen.
Dürfen Menschen mit Blindheit ihren Blindenführhund beim Arztbesuch, ins Hotel oder Geschäft mitnehmen? Wie sieht das im Taxi oder Arbeitsplatz aus und was, wenn Kolleg*innen eine Hundehaarallegie oder einfach panische Angst vor Hunden haben? Schnell kochen bei diesen Themen die Emotionen hoch. Antworten zu all diesen Fragen hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) deshalb auf einer Webseite zusammengestellt.
Neue Veranstaltungsreihe
„Barrierefreiheit im Praxis-Check: Die Meta-Brille von Ray-Ban, Chancen und Grenzen“
Am 9. Juni startet die blista eine neue Veranstaltungsreihe zum Austausch über neue technische Entwicklungen, unter dem Motto “Barrierefreiheit im Praxis-Check“ soll vor allem Nutzenden von neuen technischen Lösungen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch geboten werden. Natürlich sind auch alle anderen Interessierten eingeladen, sich aus erster Hand zu informieren, wie Technik im Alltag eingesetzt wird und wie gut die einzelnen Lösungen in der Praxis funktionieren. In der Auftaktveranstaltung am 9. Juni um 17 Uhr geht es um die „Meta-Brille von Ray-Ban“.
Andrea Katemann, Leiterin der Deutschen Blinden-Bibliothek und Oliver Nadig, Rehabilitationslehrer für Menschen mit Blindheit im Beratungs- und Schulungszentrum der blista, Arbeitsschwerpunkte EDV-Beratung und EDV-Schulung für Blindentechniken berichten über ihre Erfahrungen als blinde Nutzende.
Mirko Melz, Leiter des Zentrums für Barrierefreiheit gibt einen Einblick, wie er als sehbehinderter Nutzer die Brille im Alltag einsetzt.
Ohne Anmeldung am Zoom-Meeting am 9. Juni, 17:00 Uhr teilnehmen.
Meeting-ID: 865 1436 6229
Kenncode: 921808
„Barrierefrei in sozialen Medien posten“
Das neue Video des DBSV zeigt in 6 Minuten die wichtigsten Basics, die Social Media deutlich zugänglicher machen.
Das neue Video „Social Media barrierefrei – 7 Tipps“ richtet sich an alle, die Social Media beruflich oder privat nutzen – von Redaktionen über Organisationen bis zu Einzelpersonen. Anschaulich und kompakt werden die wichtigsten Tipps vermittelt.
Dabei liegt der Schwerpunkt auf konkreten Handlungsempfehlungen:
- Alternativtexte für Bilder
- verständlich gestaltete Videos und Untertitel
- gut lesbare Hashtags
- zurückhaltender Einsatz von Emojis
- Verzicht auf schwer zugängliche Formatierungen
Folgender Link führt direkt zum Video.
Rechtzeitig die Weichen für eine qualifizierte Schul- und Berufsausbildung stellen: Schnuppertage und Orientierungswochen an der blista
Mehr Infos zu unseren Kennenlernangeboten gibt’s hier:
www.blista.de/schnuppertage
Reha-Fachkräfte für blinde und sehbehinderte Menschen werden bundesweit händeringend gesucht.
Neue Weiterbildung beginnt im Herbst:
Sie arbeiten in einem sozialen oder medizinischen Beruf und möchten sich weiterentwickeln?
Sie haben Lust auf eine berufliche Tätigkeit, die Menschen ganz praktisch hilft und bei der Sie jeden Tag aufs Neue Fortschritte sehen können?
Sie möchten blinde und sehbehinderte Kinder fördern und in ein selbstständiges Leben begleiten?
Sie wollen Menschen, die durch einen Unfall oder eine Erkrankung ihre Sehkraft verloren haben, auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben unterstützen?
Sie haben keine Lust mehr auf Schicht- und Wochenendarbeit oder Nachtdienst und wollen Ihre Arbeit sehr eigenständig gestalten?
Wenn Sie diese Fragen mit „Ja“ beantworten können und Lust haben, noch einmal „die Schulbank zu drücken“, dann ist die Weiterbildung zur „Reha-Fachkraft für blinde und sehbehinderte Menschen“ für die Bereiche „Orientierung & Mobilität“ und „Lebenspraktische Fähigkeiten“ vielleicht genau das, wonach Sie seit langem suchen.
Die Berufschancen sind auf jeden Fall hervorragend und die Arbeitsfelder ausgesprochen vielfältig.
Interesse geweckt?
Hier gibts weitere Infos:
https://www.blista.de/reha-fachkraft#info
Kurz vor knapp: Am Samstag, 13.06.2026, 10.00 – 16.00 Uhr findet das Sommerfest auf dem blistaCampus statt.
Herzliche Einladung – wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Herzliche Grüße aus Marburg
Ihr Patrick Temmesfeld
Vorstandsvorsitzender
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